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Das Bad Aiblinger Moor

In den Aiblinger Filz´n
In den Aiblinger Filz´n
Das im Reha-Zentrum Bad Aibling, Klinik Wendelstein, Rheumazentrum verwendete Moor entstammt dem Torfabbau in den Moorvorkommen "Willinger Filz" und einem Gebiet um Au (Kohl Filz). In beiden Fällen ist die Bildung des Moores im Zusammenhang mit der diluvialen Vereisung des Gebiets durch den Inngletscher zu sehen.

Der sogenannte Rosenheimer See wurde nach und nach von den Gletscherwässern mit Tonen und Sanden ausgefüllt. Nach dem Zurückweichen des Eises verblieben in den Senken zahlreiche Seen, die unter dem Einfluss des humiden Klimas der Voralpenlandschaft verlandeten und die Herausbildung der Moore ermöglichten. Das Moor ist dunkelbraun mit hellbraunen Schichtungen und riecht leicht nach Schwefelwasserstoff. Es ist gut durchfeuchtet. Es handelt sich um Niedermoortorfe. Sein Wassergehalt beträgt im naturfeuchten Zustand 86%, bei 100%iger Wassersättigung 91%.

Für die Herstellung eines Moorbreies von Badekonsistenz müssen 100 Teile naturfeuchter Torf und 58 Teile Wasser gemischt werden. Ausgehend von 18°C Temperatur "verliert" der wassergesättigte Moorbrei nach 25 Minuten 0,85°C, nach 35 Minuten 2,5°C an Temperatur.

An organischen Stoffen befinden sich Fette, Wachse, Harze (ca. 3%), Pektine (ca. 1%), Zellulose und Hemizellulose (ca. 17%), Huminsäuren (ca. 20%), Lignine und Humine (ca. 21%) und Stickstoffverbindungen (ca. 2%). An anorganischen Bestandteilen finden sich insbesondere Calcium, Eisen, Aluminium, Silikat und Chlorid.

Zusammenfassend entstammt das in Bad Aibling verwendete Moor einem Niedermoor. Auffallend hoch ist der Mineralstoffgehalt des Materials mit rund 38% der Trockenmasse. Nach Mischung von 100 Teilen naturfeuchtem Moor mit 60 Teilen Wasser beträgt der Wassergehalt des normal-konsistenten Torfbreies 91%. Aus diesem Grund bietet das badefertige Material sehr günstige thermische Eigenschaften. Der relativ hohe Mineralstoffanteil ist kaum wasserlöslich, so dass von ihm keine therapeutischen Wirkungen zu erwarten sind.
siehe auch www.aiblinger-moor.de

Eines der bedeutendsten Moorbäder Deutschlands

altes Kurhaus
altes Kurhaus
Wandelhalle
Wandelhalle
In der Mitte des 19. Jahrhunderts lebte Aibling in einer Idylle, wie sie nur eine lange Friedenszeit hervorbringen kann. In dieser Zeit, in der sich die europäische Welt in ihrer ersten industriellen Aufschwungphase befand, erkannte im alten Aibling der Landgerichtsarzt Dr. Desiderius Beck die Heilkraft des umliegenden Moores. In einem einstöckigen Badehaus eröffnete er 1845 seine "Solen- und Moorschlamm-Badeanstalt". Nach 50 Jahren Betrieb wurde Bad Aibling 1895 öffentlich als Bad anerkannt.

Seine königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Verweser, "haben allergnädigst zu genehmigen geruht, dass der Markt Aibling künftig den Namen "Bad Aibling" führe".

Zu dieser Zeit gab es mit dem aus der ersten Badeanstalt hervorgegangenen Haus Ludwigsbad sowie den Häusern Wittelsbach, Theresienbad und Wilhelmsbad vier bedeutende Kurhotels. Dem Bauboom der Gründerzeit verdankt Aibling zahlreiche schöne Villen.

Prominente Leute hielten sich zur Kur in Aibling auf. So der berühmte bayerische Dialektdichter und Mineraloge Franz von Kobell, der Kriegsminister von Maillinger, der Fürst von Thurn und Taxis (der immer in Begleitung seines Leibarztes kam) und der Herzog von Württemberg. Der Maler Wilhelm Leibl war zusammen mit seinem Freund, dem Landschaftsmaler Johann Sperl, zwei Jahrzehnte lang ein trinkfester und geselliger Stammgast im Gasthof Lindner. Am 01. April 1933 wurde der Markt Bad Aibling zur Stadt erhoben.